Warum ist WALK wichtig?
Wer auch im Alter im gewohnten Wohnumfeld körperlich mobil bleibt, hat zahlreiche Vorteile: Neben den ausgeprägten gesundheitlichen Effekten auf die physische und mentale Gesundheit fördert Mobilität die soziale Teilhabe, stärkt das Selbstvertrauen, die Selbstwirksamkeit sowie die persönliche Autonomie. Nicht zuletzt trägt Mobilität zur kardiovaskulären und muskuloskelettalen Fitness bei und somit zur Fähigkeit möglichst lange selbständig leben zu können 1–4.
Durch den demographischen Wandel kommt dieser Thematik besonders im urbanen Umfeld eine bedeutendere Rolle zu: So wird für die Stadt München prognostiziert, dass im Jahr 2035 rund 24% der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein werden 9.
Inwieweit sich ältere Bewohner:innen in ihrem direkten Wohnumfeld bewegen können, hängt zum einen von ihrem Gesundheitszustand, aber auch von der Gestaltung der Umgebung ab. Die „Gehfreundlichkeit“ („Walkability“) des Wohnumfelds umfasst objektive und subjektive Faktoren: Zu den objektiven Faktoren zählen zum Beispiel die Dauer der Grünphase an Fußgängerampeln, die Verfügbarkeit öffentlicher Toiletten oder das Vorhandensein von Sitzgelegenheiten 5,6.
Subjektive Faktoren sind unter anderem das Sicherheitsempfinden in der Umgebung, oder die empfundene Attraktivität der direkten Umgebung 7,8.
Somit steht der Themenkomplex Walkability im Alter im städtischen Umfeld im direkten Zusammenhang mit mehreren Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals – SDG): Nachhaltiger Stadtentwicklung, durch die Förderung von Grünflächen und erleichterter Partizipation und Inklusivität (SDG 11), Maßnahmen zum Klimaschutz(SDG 13), um sowohl bei Hitze als auch bei Starkwetterereignissen der Wohnbevölkerung Zugang zum Alltagsleben zu ermöglichen, sowie vor allem SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen, das durch ein partizipatives und selbstbestimmtes, gesundheitsförderndes Alltagsleben unterstützt wird.
Obwohl bereits allgemeine Konzepte der Walkability für Erwachsene existieren, wurden bisher die besonderen Bedarfe und Herausforderungen der älteren Bevölkerung nur unzureichend berücksichtigt, insbesondere bei bereits bestehender Gebrechlichkeit oder chronischer Erkrankung sowie hinsichtlich der objektiven und subjektiven Komponenten. Dabei sind zudem die klimatischen Bedingungen zu berücksichtigen, z.B. beeinflussen Schatten oder vereiste oder gut geräumte Wege das alltägliche Gehverhalten maßgeblich 10–14.
Literatur
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